Die Geschichte der makoge

Wie alles begann

1919 gründet Ludwig Mauelshagen das erste Orchester, das sogleich sehr erfolgreich ist. Doch 1934 kommt es zum Bruch.


Der erste Weltkrieg ist kaum ein Jahr vorbei: In der jungen Weimarer Republik gibt es immer wieder Konflikte um das politische System. Dennoch sollte sich in dieser teils unruhigen Zeit in Elberfeld eine Musik etablieren, die bis heute einen besonderen Bezug zu Wuppertal hat: die Zupfmusik.

Der Anfang

1919: Die Jugendbewegung Wandervogel findet in Elberfeld Interesse. Ludwig Mauelshagen (*1. August 1902 † 11. Juni 1968), 17 Jahre alt, gründet gemeinsam mit seinen Freunden Ewald Lange, Willi Joist und August Mehler den Wander- u. Instr.-Club „Harmonie“. Dabei dachten die Mitglieder noch nicht ans künstlerische Musizieren. Sie klimperten vielmehr auf ihren Mandolinen, die doch wegen ihrer kleinen Form bei der Wandervogelbewegung beliebt war. Doch irgendwann wollen viele Mitglieder nach Noten statt nach Gefühl spielen. Und so vermittelt Mauelshagen,  Autodidakt und von Beruf Schriftsetzer, als Leiter die Notenkenntnisse. Den ersten Auftritt gibt es im Lokal Kaul.

1921: Trotz etlicher Austritte werden bald erste Erfolge sichtbar. Nach gut besuchten Auftritten tritt das Orchester unter dem Namen Elberfelder Mandolinen-Gesellschaft (EMG) am 30. Oktober 1921 im Gelben Saal der Stadthalle (heute: Mendelssohn-Saal) auf. Es ist das erste „Stuhlreihenkonzert.“ Die EMG hat da 20 Mitspieler.

Das erste Konzertprogramm.

Die Eintrittspreise für die Konzerte

30.Oktober 1921:1.50 Mk
20.April 1922:2,00 Mk
28.Oktober 1922:5,00 Mk
7. April 1923:300,00 Mk
6. Oktober 1923:9.800.000,00 Mk
26. Januar 1924:0,70 Mk

1925: Schon unmittelbar nach Aufnahme des Sendebetriebs durch den WDR im August 1925 erfolgten Rundfunkaufnahmen mit unserem Orchester, die erste im Dezember 1925.

Die Aufnahmen wurden live gesendet und mußten fehlerfrei verlaufen.

Mehrmals wurden ganze Abendsendungen von der Elberfelder Mandolinen-Gesellschaft ausgefüllt. Weitere Aufnahmen erfolgten in der Regel zweimal pro Jahr.

Die Festschrift zum 10-jährigen Bestehen 1929

1931: Der Erfolg bleibt. Bereits 1924 tritt Franz Lenze ein, der später einer der größten Mandolinen-Virtuosen seiner Zeit wird. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die EMG 1931 zu den besten Mandolinenorchestern der Republik zählen darf. Ab dem 29.Konzert am 6.Dezember beziehen die Musiker den Großen Saal der Stadthalle.Die Gründung der makoge

Die Gründung der makoge

1933: Nach dem Einzug des Dritten Reiches im Jahr 1933 wurde der Geist auch in die EMG hineingetragen. Wegen seiner politischen Einstellung – er war Sozialdemokrat – und wegen der Verpflichtung des jüdischen Tenors Leonardo Aramesco in 1932 wurde Ludwig Mauelshagen öffentlich angegriffen.

Daraufhin erklärte er mit 13 der ältesten Mitglieder den Austritt und formierte in 1934 die Mandolinen-Konzertgesellschaft Elberfeld.

Die weitere Arbeit gestaltete sich schwierig, da das Orchester polizeilich überwacht und z.B. das Konzert am 21.10.1934 wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ verboten wurde. Auf Drängen bei der Reichsmusikkammer wurde das Konzert schließlich dennoch genehmigt, aber unter anderer musikalischer Leitung. Die vorläufig letzten Konzerte fanden 1942 statt, da Ludwig Mauelshagen zum Kriegsdienst eingezogen wurde.

1945: Im Sommer 1945 suchte der damalige Vorsitzende Walter Kreckel die Mitglieder zusammen. Gemeinsam mit der Barmer Mandolinen-Gesellschaft und unter Führung deren Leiters Josef Poell wurde der Probebetrieb wiederaufgenommen.

Mitwirkungen erfolgten schon damals auch in der Aula des Gymnasiums Bayreuther Str., unserem heutigen Probenraum.

Nach seiner Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft in 1947 fand Ludwig Mauelshagen ein einsatzfähiges Orchester vor. Starke Schwierigkeiten bereitete jedoch die Wiederbeschaffung von Instrumenten und Notenmaterial.

Das ersten Konzert fand am 20.10.1946 statt. Für die Konzerte der Jahre 1947 und 1948 mußten wegen der starken Nachfrage zwei, z. T. drei Termine angesetzt werden.

1951: Bedeutsam für unser Orchester wurde das Jahr 1951, als es erstmals vom WDR (damals NWDR) für eine Tonbandaufnahme verpflichtet wurde. Erstmals konnten jetzt Einspielungen mehrmals gesendet werden. Der damalige Leiter der Volksmusikabteilung des WDR war von der Orchesterqualität derart begeistert, dass noch in 1951 zwei weitere, 1952 vier und 1953 drei Produktionen eingespielt wurden. Bis 1981 wurden in über 30 Aufnahmen rund 130 Titel eingespielt.

Zwischen 1960 und 1964 produziert die makoge Singles und Langspielplatten. Mehr als 400 000 Exemplare werden verkauft. Die „Schweden-Polka“ erklingt ab Mitte der 60er Jahre in allen Lufthansa-Flugzeugen.

Vorsitzende

1965: Peter Flasche wird Vorsitzender Mandolinen-Konzertgesellschaft. Er knüpft ein enges Netzwerk zu Musikschulen und Schülern. Für sein Engagement erhält er 1998 den Verdienstorden der Bundesrepublik. Bis 2009 bleibt er im Amt. Peter Flasche stirbt im Jahr 2012.

2009: Dr. Matthias Kolb übernimmt die Nachfolge von Peter Flasche und steht der Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal e. V. bis zum heutigen Tag vor.

Dirigenten

1968: Hartmut Klug übernimmt das Dirigat bei der makoge. 23 Jahre leitet er das Orchester musikalisch. In dieser Zeit setzt er sich unter anderem für Einführungsgespräche und Sitzkissenkonzerte ein, bei der bei der Einführung der sehr erfolgreichen Reihe von Kinderkonzerten ein Umzug von Gelben in den Großen Saal der Stadthalle notwendig wurde. Hartmut Klug stirbt 2019.

1991: Im April 1991 übergab Prof. Hartmut Klug nach 23 Jahren das Dirigat an Stefan Meier.

Stefan Meier kam selbst aus den Reihen des Orchesters (im Bild 1983 als Konzertmeister), studierte Mandoline, Klavier, Komposition und Dirigat und setzte nach seiner Übernahme die verdienstvolle Arbeit von Hartmut Klug fort.

Zudem bereicherte er das Repertoire durch zahlreiche Kompositionen. So hat das Orchester im Jahr 2000/01 sein Werk „Die vier Temperamente“ auf CD aufgenommen. Auch „Der Wettstreit der Akkorde“ steht in 2001 im Rahmen eines Kinderkonzertes auf dem Programm.

1993: Thomas Honickel übernimmt das Dirigat der Mandolinen-Konzertgesellschaft. 1997 trennte sich das Orchester von Thomas Honickel.

1998: Detlef Tewes tritt an das Dirigentenpult der makoge.

Dirigent

Detlef Tewes leitet die makoge seit 1998.

Flüchtlingsprojekt

2015: In einer Zeit, in der Mörderbanden wie die IS die Welt terrorisieren und Hunderttausende von Flüchtlingen gerade in Deutschland Schutz und eine sichere Zukunft für ihre Kinder und sich selbst suchen, kommt auch die makoge ihrer sozialen Verantwortung nach. 

Integration durch Musik ist das Motto. In Kooperation mit der Bergischen Musikschule werden 65 Geflüchtete auf den Instrumenten Mandoline, Gitarre und Baglama unterrichtet.

Zudem gründete sich das Ensemble Al-Watan, das aus Projektteilnehmern und makoge-Mitgliedern besteht.

Al Watan

Die makoge gibt jungen Geflüchteten eine Heimat.