3. Juni 2002
Mit voller und farbiger Klangqualität bis hin zu sinfonischer Fülle überraschten die gemeinsam konzertierenden Orchester aus Wuppertal (Mandolinen- Konzertgesellschaft) und Mühlheim (Zupforchester) unter der Leitung von Detlef Tewes am Freitagabend bereits in der Ouvertüre in h-Moll von K. Wölki. Bei dem Werk färben neben Mandolinen und Gitarren vor allem Holzbläser und Pauken die zarten Saitenklänge reichlich mit. In kraftvollem , bisweilen leicht dramatischem Gestus ließ Tewes das Werk eröffnen und die Taktwechsel bruchlos vollziehen.
Mit Hörnern, Fagott und Pauken erreichte das Klanggeschehen fast hymnischen Charakter, kontrastiert aber auch von volksliedhaften Melodien, die durch die einheitlichen Tremoli der Mandolinen gesanglich wirkten. Zu noch breiterem Orchesterklang führte die in spätromantischem Stil gehaltene Sinfonie in d-Moll von Willi Althoff, deren vier Sätze noch ganz auf dem klassichen Sonatensatzprinzip aufgebaut sind: große Themenentfaltung des eröffnenden Andante, ein warmer Melodienschmelz des Adagio, zierliche Intonation beim Menuett und gesteigerte Sinfonik mit dynamischen Kontrasten für das finale Allegro.
Reduzierter in der Besetzung gab sich dann das Badische Zupforchester unter der Leitung von Volker Gerland beim Konzert im Graf-Zeppelin-Haus, das unter dem Motto "100 Jahre Zupfmusik" stand. Nur noch Harfe und Kontrabass stützen die einheitlich geführten Zupftöne bei der Sinfonietta in e-Moll von Hans Gal. Erregte Tremoli im prägnant gemeinsamen Schlag der Plektra waren zart melodischen Passagen im ersten Satz gegenübergestellt, von runden Einwürfen der Gitarren akzentuiert. Fast artifiziell wirkte das Allegretto in dem locker leicht melodischen Fluss der Mandolinen, um dann dem Allegro rigoroso e pesante auch entsprechende Gewichtung im Wechsel von hellen und dunklen Klängen zu geben.
In neuere Musik führte das Saarländische Zupforchester, das unter dem sehr präzisen Dirigat von Reiner Stutz zunächst die Sinfonietta von Heinrich Konietzkny aufführte. Durch die Besetzung von rund 20 Mitgliedern war schon einmal eine schöne Transparenz erreicht, die sich in den schnellen, schon fast virtuosen Tonfolgen des Moderato für große Präzision auswirkte. Spannungsvoll waren die hohen und tiefen Töne der Mandolinen zu den Gitarren gesetzt und expressive Kläge im Allegretto angeschlagen. Versiertheit im Rhythmischen kam der Tango-Suite von Rainer Stutz zugute, eröffnet von einer musikantisch ausgeführten Solokadenz der Gitarre. Es entfaltete sich ein lebendiger Dialog von Guppe zu Gruppe, rhythmischen Akzent durch das Klopfen auf den Instrumentenkorpi erhaltend. Applaus für alle Musiker!
Franz Josef Lay
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