Geburtstag mit hochkarätigen Gästen
Die Mandolinen-Konzertgesellschaft feierte ihr
70-jähriges Bestehen im Mendelssohn-Saal der
Stadthalle. Zwei Solistinnen bereicherten das
Festkonzert.
Wuppertal. Mit einem Festkonzert im
Mendelssohn-Saal der Stadthalle feierte die
Mandolinen-Konzertgesellschaft Wuppertal ihr 70-jähriges
Bestehen. Dabei gab das Programm einen Querschnitt durch
die musikalischen Schwerpunkte des Zupforchesters. Ein
altbekanntes Stück in völlig neuem Klanggewand zu
erleben diesen Reiz übte Johann Sebastian Bachs 3.
Brandenburgisches Konzert aus.
Tatsächlich erhöhte Detlef Tewes durch Bearbeitung
und präzises Dirigat die Klarheit der Struktur, und das
Orchester pointierte mit hoher Transparenz der
ineinander verwobenen Stimmen das "konzertierende
Prinzip" der Epoche Barock. Immer war dem Orchester in
der Vergangenheit die Zusammenarbeit mit namhaften
Solistinnen wichtig. Für das Jubiläum konnten zwei "Hochkaräter"
gewonnen werden: Caterina Lichtenberg faszinierte in
Antonio Vivaldis D-Dur-Concerto für Mandoline und
Orchester nicht nur durch atemberaubende, lupenreine
Spieltechnik in den akrobatischen Solopassagen.
Sehr überlegt, konsequent und von erstaunlicher
Bandbreite waren auch die gestalterischen Facetten
eingesetzt, denen das Wuppertaler Orchester als
sensibler Begleitapparat ausreichend Raum zur Entfaltung
gab. Ähnlich beim zweiten Gast des Abends: Dorothee
Oberlinger spielte Giuseppe Sammartinis F-Dur-Concerto
für Sopranblockflöte in einer erfrischend spritzigen
Interpretation, wobei der akkurate, punktgenaue
Zupfklang fast besser mit der sensiblen Flöte
korrespondierte als der "herkömmlicher" Streicher.
Dritter Schwerpunkt war schließlich die Neue Musik.
Längst schaffen Komponisten eigens Werke für den aparten
Klangkörper. So arbeitet auch Christopher Grafschmidts "Souq"
ganz bewusst mit klanglichen Eigenarten, um die
traumatische Bombardierung eines irakischen Marktes
umzusetzen. Perkussive Fundamente, flirrende Flächen,
Tutti-Schläge und dunkles Bass-Brummen: Die suggestive
Interpretation provozierte im voll besetzten Saal
spontane Bravo-Rufe eine Ehre, die der Aufführung
zeitgenössischer Werke sonst selten widerfährt und die
sich die Konzertgesellschaft als etablierter
Kulturfaktor im Tal auf ihre Fahnen schreiben kann.
17.11.04
Von Sebastian Pantel
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